Rivesaltes II

Heute, am 17. Oktober 2015, wird in Rivesaltes eine Gedenkstätte, ein Mémorial eröffnet. Von 1939 bis 2007, mit Unterbrechungen, war dieser Ort ein Lager für unterschiedliche Gruppen von Menschen:

– zuerst spanische Bürgerkriegsflüchtlinge, Sinti und Roma, ausländische, gemeint sind nicht-französische Juden wie Ruth Kronenberg. Von August 1942 bis November 1942 wurden 2.289 über Paris/Drancy in deutsche Vernichtungslager transportiert. „Nur 84 der Deportierten überlebten.“ (Zahlen aus: Wernicke, Christian, Platz der Republik. Frankreichs Regierungen sperrten in Rivesaltes „Unerwünschte“ ein, und zwar bis 2007. Über einen sehr aktuellen Ort der Schande, in: Süddeutsche Zeitung v. 13.10.2015 (online), Printausgabe 14.10.2015, S. 3),

– dann wurden deutsche, österreichische und italienische Kriegsgefangene dort interniert,

– ab 1962 bis 1964 so genannte Harkis, einheimische Hilfssoldaten der französischen Kolonialarmee in Algerien,

– zum Schluss war Rivesaltes von 1985 bis 2007 ein Abschiebelager für illegale Einwanderer.

„Und wieder erschallt in Frankreich der Ruf nach Zaun und Stacheldraht – nach ‚Sammellagern‘, um die fremde Flut der Flüchtlinge aus Afrika und dem Nahen Osten einzudämmen. Nicht nur Marine Le Pen, die Chefin des rechtsextremen Front National, tönt so. Auch Ex-Präsident Nicolas Sarkozy.“ (zitiert nach Wernicke, s.o.).

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