In den ‚Straßen‘ …

„In den ‚Straßen‘ zwischen den unaufhörlichen Reihen der Holzbaracken und am Stacheldraht zwischen den einzelnen Ilôts herrscht reges Leben. An den Brunnen wird fleißig gewaschen – Kleider und Hemden und braune, blonde, schwarze Lockenköpfe –, am Stacheldraht und an den quer über die ‚Straßen‘ gespannten Wäscheleinen baumeln lustig in allen Farben die Hemden, Hosen, Strümpfe, Blusen, Decken und Tücher der Frauen. Manche Besitzerin eines einzogen Kleidungsstückes kniet entkleidet davor, behält es wachsam im Auge, wartet, bis es trocken ist, – denn sie möchte heute abend nicht gerade nackt in die Flohkiste zurück.“

Gertrud Isolani, Stadt ohne Männer, Zürich 1945, S. 214

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