Flüchtlinge als Feinde

„Man war jung und stark und ohne Uniform, mit einem fremden Akzent und mit ausländischen Papieren. Das konnte nur ein Spion sein … Vier oder fünf dieser harmlosen Flüchtlinge, die nur zu ihren Frauen wollten, – nichts sonst auf der Welt – haben sie brutal aus den Waggons gezerrt und als ‚fünfte Kolonne‘ blau geprügelt. […] Denkt auch, Kinder, wenn es nicht so traurig wäre, es ist direkt zum Lachen: Unsere armen jüdischen Männer, die über drei und vier Grenzen hinweg geflohen sind. […] Aber es soll sehr schwer gewesen sein, hat mir einer erzählt, diesen völlig verirrten und verängstigten Franzosen, die noch ganz niedergeschmettert von ihrer Niederlage sind, einmal klar zu machen, wer wir Emigranten eigentlich sind und auf welcher Seite wir stehen…“

Gertrud Isolani, Stadt ohne Männer, Zürich 1945, S. 284f.

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