Migrationspakt

Es ist das erste Abkommen, das globale Richtlinien für die internationale Migrationspolitik festlegt. An den Verhandlungen über den Pakt waren insgesamt 192 Staaten beteiligt gewesen. Doch nicht alle stellten sich letztendlich hinter die Leitlinien. 28 Länder – darunter die USA, Österreich und Ungarn – lehnten den Pakt ab.

Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/un-migrationspakt-127.html

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Mann über Tod und Leben

„Der Polizeikommissar Sierre ist dieser allmächtige Mann, der über Tod und Leben – das heißt in Gurs Gefangenschaft oder Freiheit – so vieler tausend Frauen das letzte Wort abzugeben hat.“

Gertrud Isolani, Stadt ohne Männer, Zürich 1945, S. 276

Kameradinnen

„Kameradinnen, ich weiß wohl, es ist Frankreich, oder besser gesagt, der französische Staat, der uns hier gefangen hält. Und trotzdem ist Frankreich uns Emigranten teuer. Wir haben eine schmerzlich tiefe und oft unerwiderte, tragische Liebe zu diesem Land, in das wir uns flüchteten, und das uns eine zweite Heimat geworden ist. […] Gott schütze Frankreich, Vive la France!“

Gertrud Isolani, Stadt ohne Männer, Zürich 1945, S. 275f.

Wir sind, wir werden, wir bleiben: Kameraden

  1. Strophe des Lieds der Baracke 8:

„Sechzig Weiber sind wir dans notre baraque

Viel Jugend, und welche vom alten Schlag.

Wir essen, wir schlafen, wir schimpfen, wir schrein,

Um die Linsen, um Kaffee, um mein und dein;

Um Post, um Männer, um Freundschaft beim ersten Blick,

Arm oder reich, – klein oder groß, – wir ziehen an einem Strick,

Ob wir am Brunnen sind oder Clo …, ob wir am Stacheldraht sonnenbaden,

Wir sind, wir werden, wir bleiben: Kameraden“

Gertrud Isolani, Stadt ohne Männer, Zürich 1945, S. 221

In den ‚Straßen‘ …

„In den ‚Straßen‘ zwischen den unaufhörlichen Reihen der Holzbaracken und am Stacheldraht zwischen den einzelnen Ilôts herrscht reges Leben. An den Brunnen wird fleißig gewaschen – Kleider und Hemden und braune, blonde, schwarze Lockenköpfe –, am Stacheldraht und an den quer über die ‚Straßen‘ gespannten Wäscheleinen baumeln lustig in allen Farben die Hemden, Hosen, Strümpfe, Blusen, Decken und Tücher der Frauen. Manche Besitzerin eines einzogen Kleidungsstückes kniet entkleidet davor, behält es wachsam im Auge, wartet, bis es trocken ist, – denn sie möchte heute abend nicht gerade nackt in die Flohkiste zurück.“

Gertrud Isolani, Stadt ohne Männer, Zürich 1945, S. 214

Frauenstaat

„6000 Frauen, die bereits Mitte Mai in Paris in dem mächtigen Sportforum des Vélodrome d’Hiver interniert und dann Ende Mai in das Sammellager der Pyrenäen abtransportiert wurden, bildeten […] die Grundzelle des Frauenstaates, der sich dann im Camp de Gurs, von Tag zu Tag fester umrissen, formte und umformte, bis schließlich die dreifache Frauen-Anzahl die einzelnen Ilôts (stacheldrahtumzäunt, mit je 1500 Insassinnen) bevölkerte.“

Gertrud Isolani, Stadt ohne Männer, Zürich 1945, S. 180f.

Camp de Gurs

„… Camp de Gurs, in dieser öden Sandwüste am Ende der Welt, unter Tausenden von Frauen, die ihr alle so unwirklich und gespensterhaft erschienen, wie überhaupt die ganze Reise hierher in vollgepfropften Waggons ein böser Alptraum war …“

Gertrud Isolani, Stadt ohne Männer, Zürich 1945, S. 110.